Himmelfahrt am Muttertag

Satirisch Heiteres und Ernstes für Freunde des gepflegten Suizids

Hans-Joachim Rech: Himmelfahrt am Muttertag
Verlag: andersseitig.de
Erschienen:
Sprache: Deutsch
Seiten: 177 (Druckfassung)
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"Einige Zeilen zum gepflegten Suizid, den man/frau nicht unbedingt in der Schweiz oder einem anderen Land auf sich nehmen muss. Es genügt schon das eigene, blitzblank gewienerte Bad mit Carrara Wanne, heißem Wasser und erstklassigem Sezierbesteck – natürlich aus Solingen. Eine gediegene Flasche Riesling oder ein Blauer Portugieser - wegen der Farbe - den Rest besorgt dann die Zugehfrau."

Das Leben ist ein kurzer Traum - wohl dem, der einen langen hat

Beide Begriffe sind untrennbar miteinander verbunden - wer geboren wird, lebt sein langes oder weniger langes Leben nur auf ein Ziel hin - den eigenen Tod. Mithin ist der Muttertag im weitesten Sinne auch der Tag der Himmelfahrt, denn an ein Weiterleben oder ein Weiterexistieren nach dem Tod in irgendeiner Form glauben die meisten Menschen - weil es beruhigt - Tatsache. Erlebe ich doch an mir selbst jenseits der siebzig, also von Gut und Böse…da sind Gedanken zum Tod - nicht nur dem eigenen, durchaus legitim und gehen nicht selten mit einer gewissen Schadenfreude einher. Sich auszumalen, wenn man durch eigene Hand den Löffel weglegt und die in triefender Trauer mimende Schar der Hinterbliebenen sich noch vor der Grubenfahrt über die Erbschaft in die Haare kriegen, dass die Lappen nur so fliegen. Immer wieder wird von Hochzeiten, Geburtstagen oder Beisetzungen berichtet, wo die Angehörigen aller Lager sich beim anschließenden Besäufnis derart bekriegten, dass der oder die Bestatter gleich Folgeaufträge notieren konnten. Selbst Hand anlegen an den Lebensfaden - das verlangt eiserne Disziplin zum einen, einen ausgereiften Plan zum zweiten und die absolute Konsequenz des Handelns zum Dritten, auch wenn das alles hinterher von Hilfswilligen Kleingartenpsychoanalytikern um und um gedreht und bis zu jenen Keulenschwingenden Neandertalern zurückverfolgt und selbigen in die fossilen Bastlatschen geschoben wird. Schlechte Kindheit - die Eltern sind schuld. Natürlich - müssen ja nicht bei jedem Bums ein Kind machen. Jedem Lebewesen wird halt am Tag seiner Selbstwerdung das Einwegticket in sein Ableben mit auf den Weg gegeben, und dann darf man sich doch getrost und allen Ernstes fragen - welches geistige Irrlicht sich diesen verkackten Schmonzes ausgedacht hat.

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