Der Bergpfarrer Extra 29 – Heimatroman

Blut ist dicker als Wasser

Toni Waidacher: Der Bergpfarrer Extra 29 – Heimatroman
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Verlag: Kelter Media
Erschienen:
Sprache: Deutsch
Seiten: 64 (Druckfassung)
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Während ihm die Versöhnung der Mitglieder des Deininger Clans sehr gut gelungen war, verlässt den Bergpfarrer für kurze Zeit seine Menschenkenntnis. Er begegnet Lena Dorner und gewinnt einen äußerst positiven Eindruck von ihr. Hat sich Franziska alles eingebildet? Lena Dorner wirkt entwaffnend humorvoll und ehrlich. Auch Jannik lässt sich von ihr kurz einwickeln. Aber schon bald kommt für ihn ein böses ­Erwachen – doch da zappelt er schon in ihrem Netz …

Julia Lanzinger las das Schreiben, das ihr vor zehn Minuten der Briefträger per Übergabeeinschreiben ausgehändigt hatte, zum zweiten Mal durch. Absender war das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen, genauer gesagt – das Nachlassgericht. Die Buchstaben verwischten vor Julias Augen, in denen plötzlich Tränen standen. Niemals hatte ihre Mutter ihr verraten, wer ihr Vater war. Nun teilte ihr das Nachlassgericht mit, dass es sich um einen Mann namens Anton Gredinger gehandelt hatte, der vor etwas über einer Woche in St. Johann verstorben war. Bei dem Schreiben handelte es sich um eine Vorladung zum Nachlassgericht, das die Erbangelegenheiten Anton Gredingers zu regeln hatte. Lange saß Julia wie erstarrt in ihrer kleinen Küche, Tränen rannen über ihre Wangen, sie war zutiefst aufgewühlt und es gelang ihr nur nach und nach, den Aufruhr ihrer Gefühle unter Kontrolle zu bekommen. Unablässig hämmerte der Name ihres biologischen Vaters durch ihren Verstand. Sie hatte einundzwanzig Jahre alt werden müssen, um zumindest seinen Namen zu erfahren. Ihn persönlich kennenzulernen war ihr versagt. Sie würde nur noch an seinem Grab auf dem Friedhof in St. Johann ein Gebet für ihn sprechen können. Julia war erschüttert. Als sie die Hiobsbotschaft etwas verarbeitet hatte und ihre Tränen getrocknet waren, steckte sie den Brief des Nachlassgerichts in ihre Umhängetasche, verließ ihre Wohnung am Stadtrand von Bad Wörishofen und fuhr zu ihrer Mutter, die im Zentrum des Ortes wohnte. Anna Lanzinger war eine gepflegte Frau von achtunddreißig Jahren, die in dem Kurort eine kleine Gaststätte betrieb. Julia sah ihr ausgesprochen ähnlich. Nachdem Julia an der Wohnungstür geläutet hatte, öffnete Anna, ein erfreutes Lächeln glitt über ihr hübsches Gesicht und sie sagte: "Grüß dich, Julia. Das freut mich aber, dass du mich besuchen kommst. Allerdings hab' ich nicht allzu viel Zeit, denn in einer Stunde öffne ich das Lokal …"

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