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| Unionsverlag: Alice Grünfelder |
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Die Bibliothek der Lektoren: Wertvolle Insider-Tipps für Ihre 5-Sterne-Bibliothek bei claudio.de!
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Alice Grünfelder machte zunächst eine Buchhändlerlehre und studierte nach einem längeren Asienaufenthalt Sinologie und Germanistik in Berlin. Seit 2004 ist sie Lektorin für die Türkische Bibliothek im Unionsverlag.
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| Die Schätze für Ihre 5-Sterne-Bibliothek: |
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Claudia Piñeiro, "Ganz die Deine" Dieser literarisch raffinierte, tiefschwarze und bitterböse Roman aus Argentinien verblüfft. Eine Frau wird von ihrem Mann betrogen – gut, oder auch nicht gut. Aber welches dramaturgische Potenzial Claudia Piñeiro hier freilegt, ist genial. Unglaublich, mit welcher scheinbaren Raffinesse die Betrogene dem noch gerisseneren Ehemann auf den Leim geht. Ungeheuerlich, wie zwischen diesem Zweierdrama die halbwüchsige Tochter mit ihrer eigenen Tragödie alleingelassen wird. Der Plot lässt einen auch noch lange nach der Lektüre nicht mehr los.
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Nury Vittachi, "Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät" In diesem 5. Band der Fengshui-Krimireihe legt der Hongkonger Autor Nury Vittachi noch einen Zacken an Spannung und aberwitzigem Humor zu. Der Fengshui-Meister F.C. Wong gründet ein Zweigunternehmen mit dem Namen „Harmoney” – eine Kombination aus harmony und money –, nur leider misslingen die ersten Geschäftverhandlungen auf geradezu groteske und grandiose Weise. Wong ist deshalb mehr als froh, als ihm ein lukrativer Auftrag angeboten wird: Er soll für gutes Feng Shui in einem neuen Superjet sorgen, dem größten, luxuriösesten und teuersten Flugzeug der Welt, das ein britisches Konsortium an China verkaufen will. Doch der Auftrag verkompliziert sich, denn ein junger Umweltschützer, auch noch ein guter Freund von Wongs Assistentin Joyce, wird vedächtigt, an Bord des Flugzeugs einen Mord begangen zu haben.
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Alai, "Ferne Quellen" In „Ferne Quellen” des tibetischen Autors Alai sucht der Protagonist eben jene Quellen vergebens, von denen ihm ein schuppengesichtiger Pferdehirt einst erzählte. Zwei Mal gelingt es ihm tatsächlich, dorthin zu gelangen. Beim ersten Mal aber ist er enttäuscht, weil die Quellen nicht dem Bild entsprechen, das er sich von ihnen gemacht hat; beim zweiten Mal findet er nur noch verstreut herumliegende Betonklötze vor: eine Investitionsruine, dem Verfall preisgegeben. Die Illusion, in den Quellen die Spuren einer Naturschönheit und von einer längst vergangenen Lebensweise zu entdecken, ist ein für allemal zerstört. Alai gelingt mit diesem Roman eine feine poetologische Auslotung dieser Zweiteilung von Vergangenheit und Gegenwart. Er beschreibt, wie einer – seiner Wurzeln in Heimat und Tradition beraubt – zwischen der Vergangenheit seines Volkes und der Gegenwart, wie sie sich ihm in seiner staubigen Kreisstadt präsentiert, erstarrt. Wie eine „doppelt verschlossene Schublade” kommt sich der Protagonist vor, ein treffendes Bild für die Sprachlosigkeit und Entfremdung in der chinesischen Gesellschaft, die von einem Außenseiter wie einem Tibeter erst recht empfunden werden.
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