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Das Zimmermädchen (Auszug)
Das Zimmermädchen ist die intime Geschichte einer Suchenden, die wissen will, wie den Menschen gelingt, was ihr selbst so schwer fällt - das Leben. Eins ist sicher: Nach dem Hören wird man nie wieder in einem Hotel übernachten, ohne vorher unters Bett zu schauen.
Lynn Zapatek putzt im Hotel Eden, und sie putzt gründlich. Immer länger bleibt sie in den Zimmern, gebannt von allem, was sie dort sieht und findet: Zettel, Bücher, Kulturbeutel, Medikamente. Zunächst ist Lynn noch vorsichtig, dann wird sie immer dreister. Sie beschnuppert nicht nur die fremden Kleider, sie zieht sie auch an. An einem Dienstag hört Lynn den Schlüssel in der Tür und flüchtet unters Bett. Lynn verbringt dort die ganze Nacht - mit dem Gast über ihr. Von nun an liegt sie jeden Dienstag unter den Betten der Gäste und lauscht auf das, was über ihr geschieht. Den Menschen nah und zugleich fern: wie unsichtbar.
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"Die Leere Lynns, die sich an fremden Leben labt, frisst sich subtil unter die Haut. Unterm Bett Stellung beziehend, verbindet sich das Voyeuristische auf irritierende Weise mit Lynns Sehnsucht nach Stille. Hier ist der Text mehr als nur die Geschichte einer Sucht: ein feiner Widerspruch." - Frankfurter Allgemeine Zeitung "Dieses Buch über Einsamkeit, Täuschung, Selbsttäuschung und Enttäuschung ist großartig beobachtet und schön geschrieben: In einer Sprache, die sehr genau dem Leben abgehorcht ist. Spannend, einfühlsam, manchmal witzig oder saftig-erotisch, öfter traurig, atemlos und doch nachdenklich." - Südwestrundfunk "Vergessen wird man die abenteuerliche, urkomische und todtraurige Geschichte nicht. Man wird an »Das Zimmermädchen« denken, bei der nächsten Buchung eines Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels." - Die Welt "Hier ist der Text mehr als nur die Geschichte einer Sucht: ein feiner Widerspruch." - Frankfurter Allgemeine Zeitung "Es gibt in der Literatur der jüngeren Vergangenheit nur wenige Autoren, die mit einem solchen Einfühlungsvermögen pathologisches Verhalten sezieren." - Badische Zeitung "»Das Zimmermädchen« ist beklemmend, angsteinflößend, grotesk - aber trotz der Überspitzung sehr real." - Mannheimer Morgen "Das Zimmermädchen' legt den Finger auf die Wunde der mobilen Dienstleistungsgesellschaft. In knapper Prosa geht Markus Orths ein Thema an, das an eine tiefe Angst der Gegenwart rührt: die eigene Intimsphäre nicht mehr schützen zu können." - Süddeutsche Zeitung "»Das Zimmermädchen« ist das eindrucksvolle Psychogramm einer jungen, einsamen, psychisch gestörten Frau, die sich so sehr nach dem Leben der anderen sehnt. Markus Orths trifft sehr genau die Stimmung zwischen Sexualität und Verklemmtheit, zwischen Voyeurismus und Verlangen." - NDR Kulturjournal "Markus Orths hat für Auszüge aus »Das Zimmermädchen« soeben den Telekom Austria Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt erhalten. Ganz zu Recht. Allerdings überzeugt der Roman weniger als Porträt einer Frau denn als Spiegel unserer Ängste. Er legt den Finger auf die Wunde der mobilen Dienstleistungsgesellschaft und zeigt uns, dass wir gesehen und gehört werden: von all den Helfern, die uns das Leben erleichtern und deren Blick und Gehör wir vergessen müssen, um den erkauften Komfort zu genießen." - Deutschlandradio Kultur
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